Sunday, April 10, 2005

VOM GELANGWEILT SEIN.

an manchen tagen…

…wo einem alles zu weit weg scheint, weil die distanz zu groß ist als das man(n) einfach mal so hinfahren könnte oder weil das geld inkl. zeit nicht reicht.
…einfach alles grau ist und bleibt.
…nichts spass macht und keine richtige ablenkung zu finden ist.
…die gedanken unnötig kreisen, obwohl alles okay ist im leben.
…an denen ma(n) sogar das spülen unterbricht um diese selbstbemitleidenden zeilen zu tippen.

an solchen tagen will ich nur noch die decke über den kopf ziehen und alle anderen können mich mal, aber selbst das ist zu langweilig. wahlweise gäb´s noch: einfach mal losheulen, aber das bringt´s auch nicht.

MANN!!!

EMMERDALE.

andrew greer“ erzählt mir, hier im café zwischen milchkaffee und leichtem jazz, wie alles begann…und diese zeilen aus einem dylan song waren in meinem kopf: „i was so much older then, i´am younger than that now…“ … der protagonist lebt rückwärts, aber nur körperlich.
währenddessen laufen schwangere frauen am café vorbei, konsumieren fast food nahrung und ich frage mich ob sie vorwärts leben oder rückwärts denken?

die aspirin wirkt endlich, während der himmel grau bleibt.
ein paar seiten zuvor erklärt frau holofernes: „…neu texte überschreiben die alten im kopf…“ gibt´s dafür keine sicherheitskopie im lokalen ordner für verwirrungen und gedanken?!
ein croissant als erste feste nahrung des tages um 11.34 uhr und draussen, hinter der scheibe, wartet ein älterer herr mit seinen einkäufen auf den bus. ob er glücklich ist?
mein
kalender, mein neuer, ständiger begleiter für seelenmüll und euphorisches. die baustelle da hinten wächst täglich aus dem nichts und der ältere herr wartet noch immer…mittlerweile sieht er unzufrieden aus. ist er somit auch unglücklich? ich glaube nein, vielleicht einsam?!

während frank sinatra in paris singt, folgende worte leise im publikum: „…du paul (
kuhn), wenn da oben jetzt der pianist ausfällt, könntest du dich da hinsetzen und weiterspielen? ja, sicher sagt er da. und harald (juhnke) flüstert: also wenn der sinatra jetzt ausfallen würde, also nee, da könnt ich nich einspringen…“

leben wir rückwärts? zumindest scheint die sonne manchmal. muss mal wieder frank sinatra hören, denk ich mir so, während die dame am nebentisch ein arrogantes „NEIN danke“ ausspricht auf die frage, ob sie noch was trinken wolle.

geht auch seitwärts? ausserdem ist der ältere herr weg.

…ich auch gleich, weg und raus an die luft, ein wenig laufen, vielleicht noch im
buchladen stöbern, obst kaufen, nach hause gehen.
home is where your heart is, meinen auch kettcar. demnach “gehöre” ich an die ostsee. mein herz ist schon da.
ich brauche jetzt musik und danke liebe bedienung das du eben die
cardigans aufgelegt hast. ja, nina damals der stuhl im backstage neben mir war frei.
heute nicht mehr und ich bin
verliebt.
verliebt 600km und fünf stunden entfernt, doch immer nah, zwischen café beobachtungen, älteren herren an bushaltestellen, den cardigans im lautsprecher und „
the drugs don´t work“ als nächsten song.
ich möchte
deine hand halten…jetzt und immer.

I KNOW I SEE YOUR FACE AGAIN.